Sufismus



Der Sufismus ist der mystische Weg des Islam. Das Wort Sufi kann mit "Träger eines Wollkleides" übersetzt werden. Manchmal wird auch von Sufitum gesprochen.

Die ersten Sufis gab es fast von Anfang an im islamischen Kulturkreis. Erst waren es überwiegend bettelnde Wandermönche.
Ab ca. dem 12. Jh. bildeten sich die so genannten Tariqas (arabisch: Orden). Die bekanntesten sind die Rifaje, die Mewlewije, die Bektaschi und die Senussi. Besonders die Mewlewije (auch Mevleviyya) haben als tanzende Derwische auf sich aufmerksam gemacht.

Der Weg des Sufis ist die bedingungslose Liebe zu Gott mit der Bereitschaft, alles zu überwinden, was den Gläubigen von Gott trennt. Das Ziel ist die Erfahrung des tauhids, der göttlichen Einheit, durch fana (Selbstlosigkeit). Und so sind Sufis bemüht, in einem immerwährenden Kontakt mit Gott zu stehen.

Grundlage der sufistischen Einstellung sind Umkehr, Reue, Armut und Gottvertrauen, die alle auf ihre Art gepflegt werden wollen. Nachlässigkeit rächt sicht durch eventuell nicht mehr wieder gutzumachende Folgen, dem so genannten "Rost auf dem Herzen".

Ein Sufi strebt weder nach Ehre noch nach Ruhm oder Reichtum. Es gilt das Notwendigste zu besitzen, aber letztendlich lieber wenig als viel zu haben, also lieber zu hungern, als satt zu sein. Doch ist hiermit keine bittere Armut gemeint, denn auch dieser Zustand kann von Gott ablenken. Vielmehr gilt es, genauso wenig das Verlangen nach etwas zu haben, als das Verlangen etwas nicht haben zu wollen zu nähren. Man könnte es als eine neutrale oder gleichgültige Haltung bezeichnen.

Das Verhalten der Sufis ist von Bescheidenheit und Mitgefühl für die Menschen gekennzeichnet, und sie bewahren Neutralität, indem sie alles, was sie nichts angeht, auch dort belassen. Hinzu kommt das beständige Bemühen, sich ihren sinnlichen Bedürfnissen zu widersetzen.

Den einzelnen Sufi-Orden steht entweder ein Pir (Großscheich) und/oder ein Scheik (Scheich) vor. Das arabische Wort Scheich bedeutet Ältester. In den Klöstern leben relativ wenige Derwische (Bettler). Der Großteil der Gläubigen besteht aus Privatleuten, die nur zu besonderen Anlässen oder zu den Übungen in die Klöster kommen.

Dhikr (auch Zikr) ist eine besondere Art des Gottesgedenkens, die dem traditionellen Islam entstammt, aber in exzessiver Form vor allem von Sufis verwendet wird. Hierbei werden Gottesnamen oder Gebetsformeln beständig wiederholt. Oft werden diese Übungen mit Unterstützung von Musik und rhythmischen Körperbewegungen vollzogen. Die bekanntesten Anrufungen sind: Subhamallah (Gepriesen sei Gott), Allahu akbar (Gott ist am größten) und Alhamduli-llah (Lob sei Gott). Der Betende kann so in einen Zustand der Ekstase oder völliger Hingabe gelangen.

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