Die Religion der Kelten


Der Glaube der Kelten ist nur schwer zu erfassen, da die Kelten zwar eine Volksgruppe waren, aber niemals einen Staat bildeten, so dass auch die Religion je nach Landstrich sehr unterschiedliche Ausprägungen erhielt. Nicht einmal die Götter waren einheitlich.

Allen Variationen der keltischen Religion ist jedoch gemein, dass ursprünglich die Natur und deren Kräfte verehrt wurden. Im Mittelpunkt standen die Urkräfte, also die vier Elemente (Erde, Feuer, Wasser und Luft) oder Sonne und Mond, sowie Quellen, Bäume, Pflanzen und Steine. Die Kelten kannten viele heilige Plätze und glaubten an die Existenz von Alben, Feen und Zwerge.

Eigentlich ist es unmöglich eine Zusammenfassung über die keltische Religion zu geben, deshalb führen wir hier lediglich einige typische Begriffe auf:

Anderwelt (auch Anderswelt)
Die Kelten glaubten an die Unsterblichkeit der Seele und an die Wiedergeburt. Nach dem Tod gingen die Seelen in die Anderwelt (Jenseits) über, wo sie blieben, um sich vom Leben zu erholen, bis sie ausgeruht wiedergeboren wurden.
Es gab verschiedene Anderswelten, die alle nebeneinander existierten, und die sich sehr voneinander unterscheiden konnten.

Schädelkult
Für die Kelten war der Kopf der Sitz der Seele. Deshalb hatten Schädel eine besondere Bedeutung bei ihnen. Sie dienten als Trophäen, Heilsbringer und Opfergaben. Die Kelten glaubten, dass die ursprüngliche Kraft des Menschen auf den neuen Besitzer des Schädels überginge und ihm zur Verfügung stünde.

Druiden
Eine wichtige Rolle im Leben der Kelten spielten die Druiden, die die Funktionen von Priestern, Richtern, Ratgebern und Wissenschaftlern in sich vereinigten. Sie galten aber auch als Seher, Propheten und Heilkundige. Ihre Ausbildung dauerte oft zwanzig Jahre und länger. Sie galten als Menschen von göttlicher Abstammung.

Zu ihren Aufgaben gehörte die Vollziehung der religiösen Rituale und Opferungen, die Deutung der Natur und von Orakeln, das Beobachten der Sterne und das Erstellen von Kalendern. Sie fungierten als Richter, Schiedsrichter oder Berater in religiösen und politischen Angelegenheiten.

Ihr Wissen gaben die Druiden nur mündlich an andere „Auserwählte“ weiter. So erhielten sich die Druiden einerseits ihre Machtpositionen und andererseits konnte so vermieden werden, dass das Wissen durch Interpretationen oder Zusätze verändert wurde. Die Druiden waren untereinander organisiert und wirkten oft Stamm übergreifend.

Vates/Filidhs
Eine weitere wichtige Gruppe waren die Vates (Festlandkeltisch) oder Filidhs (Irisch), die in Gewisserweise die Helfer der Druiden waren. Sie übten direkt die Anweisungen und Befehle der Druiden aus.

Barden
Die Barden genossen ebenfalls hohes Ansehen unter den Kelten. Sie zogen umher und erzählten oder sangen Geschichten über Helden und wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit und der aktuellen Gegenwart. Oft spielten sie dazu auf der Leier und trugen die Erzählungen in Versform vor.


Götter und Mythen

Heute sind vor allem drei „Götterfamilien“ bekannt, die walisischen, irischen und gallischen. Ebenso sind besonders aus diesen Gebieten viele Mythen und Legenden überliefert, die aber oft sehr viel später entstanden, zum Teil unter christlichen Einfluss, wie z.B. das Leinster-Buch, das im 12. Jh. in Irland entstand oder das walisische Mabinogion aus dem 14. Jh..

Die bekanntesten Legenden sind wohl die von König Artus oder von Tristan und Isolde, doch derer gibt es noch viele mehr, z.B. Bran und Branwen oder Ceridwen und Taliesin.

Will man mehr über die Götter wissen, muss man erstens nach irisch, walisisch und gälisch unterscheiden, und zusätzlich berücksichtigen, dass viele der Götter oft eine Trinität darstellten, und es verschiedene Erscheinungsformen der einzelnen Götter gab.

Bekannte irische Götter: Lug, Morrigan, Brigit, Angus Og, Lir, Ogma

Bekannte walisische Götter: Llyr, Branwen, Gwydion, Llew, Pwyll, Rhiannon

Bekannte gälische Götter: Belenus, Epona, EsOs, Cernunnos, Lugus, TeutaTes

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